Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Michael Schmiedeberg am 9. Mai 2016

Prof. Dr. Michael Schmiedeberg (Foto: Georg Pöhlein)

Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Michael Schmiedeberg: „Selbstorganisiertes Wachstum weicher Quasikristalle und anderer komplexer Strukturen“

Montag, 9. Mai 2016, 16.15 Uhr im Hörsaal E, Staudtstraße 5, 91058 Erlangen

Eine zentrale Frage der Physik weicher Materie ist es, welche Eigenschaften Einzelbausteine haben müssen, so dass diese sich selbstorganisiert zu Materialien mit komplexen Strukturen verbinden. Dieser Frage geht Prof. Dr. Michael Schmiedeberg, Professor für Theoretische Physik, in seiner Antrittsvorlesung „Selbstorganisiertes Wachstum weicher Quasikristalle und anderer komplexer Strukturen“nach, zu der alle Interessierten sehr herzlich eingeladen sind.

Quasikristalle wurden 1982 erstmals in einer Metalllegierung entdeckt. Für ihre Entdeckung wurde Dan Shechtman 2011 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. Quasikristalle können Rotationssymmetrien besitzen, die in periodischen Kristallen nicht vorkommen dürfen. Aufgrund ihrer besonderen Symmetrie treten in Quasikristallen zusätzliche Freiheitsgrade auf. Die damit einhergehenden Moden, welche Phasonen genannt werden, ähneln den Phononen, jedoch sind viele ihrer Eigenheiten sowie deren Auswirkungen auf Materialeigenschaften bis heute noch nicht verstanden.

In den letzten Jahren wächst das Interesse an weichen Quasikristallen, die beispielsweise aus Kolloiden, Polymeren oder Mizellen aufgebaut sind. Die Forschungsgruppe um Schmiedeberg untersucht, wie solche weichen Quasikristalle selbstorganisiert wachsen können, welche Eigenschaften sie besitzen und für welche Anwendungen sie verwendet werden können, beispielsweise als photonische Quasikristalle.

Prof. Dr. Michael Schmiedeberg studierte Physik an den Universitäten Kaiserslautern, Konstanz und Yale und promovierte 2008 an der Technischen Universität Berlin. Nach einem Forschungsaufenthalt an der University of Pennsylvania, leitete er von 2011 bis 2015 die Emmy Noether-Nachwuchsgruppe “Struktur und Dynamik kolloidaler Teilchen auf inkommensurablen Substraten” an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Während diese Zeit vertrat er 2013 eine Professur an der Universität Osnabrück. Im November 2015 folgte er dem Ruf auf die Professur für Theoretische Physik an die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. 2009 erhielt er den Carl-Ramsauer-Preis der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin.

Eine Anmeldung zur Antrittsvorlesung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.

Kontakt:

Prof. Dr. Michael Schmiedeberg
Tel.: 09131 85-28449
michael.schmiedeberg@fau.de