Ringvorlesung „Naturwissenschaften und Nachhaltigkeit“

Die UN Global Goals im Fokus naturwissenschaftlicher Forschung

Poster zur Ringvorlesung, Inhalt siehe TextDie Auswirkungen des Klimawandels und globaler Krisen sind auch in Deutschland nicht zuletzt durch Dürreperioden, Überflutungen und Versorgungsengpässen spürbar. 2016 verabschiedeten die Vereinten Nationen 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die sogenannten UN Global Goals (for Sustainable Development). Deren Zweck es ist weltweit eine nachhaltige Entwicklung auf ökologischer, ökonomischer und sozialer Ebene zu fördern und sicherzustellen. An der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg arbeiten viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daran diese Ziele zu erreichen. In der Ringvorlesung „Naturwissenschaften und Nachhaltigkeit – die UN Global Goals im Fokus naturwissenschaftlicher Forschung“ werden einige der Forschungsprojekte vorgestellt.

Die Vorlesungen richten sich an interessierte Bürgerinnen und Bürger. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Aufzeichnungen der Vorträge

Videoaufzeichnung auf fau.tv

Termine im Wintersemester 2022/2023

Alle Vorträge finden, soweit nicht anders angegeben, donnerstags in Präsenz im Emmy-Noether-Hörsaal H12, Cauerstr. 11 in Erlangen von 18.30 – 19.30 Uhr statt. Beachten Sie bitte die Corona-Regeln an der FAU. Sie können sich eine Teilnahmebestätigung per E-Mail zuschicken lassen.

  • Prof. Dr. Stefan Funk (Foto: privat)
    Foto: privat

    Donnerstag, 2. Februar 2023, 18.30 Uhr

    „Gemeinsam zum Ziel – globale Forschungsverbünde in der Astrophysik“

    Prof. Dr. Stefan Funk, Lehrstuhl für Physik

    2014 hat Stefan Funk den Ruf auf den Lehrstuhl für Physik an der FAU angenommen. Seine vorherigen Stationen waren unter anderem an der Stanford University, USA und am Max-Planck-Institut für Kernphysik Heidelberg. Der Astroteilchenphysiker forscht am Verständnis der Dunklen Materie und dem Ursprung der kosmischen Strahlung.

    Er ist Mitglied beim Fermi-LAT (Large Area Telescope) und des H.E.S.S.-Experiments (High Energy Spectroscopic System), einem System von Cherenkov-Detektoren in Namibia, mit dem Forschende ultrahochenergetische Gammateilchen aus dem Weltall untersuchen.

    An der FAU ist er zudem Mitglied des Erlangen Center for Astroparticle Physics (ECAP). Er zählt zu den weltweit meistzitierten Forschern im Fach Weltraumwissenschaften.

  • Portrait von Prof. Johannes Barth
    Foto: PE Barth

    Donnerstag, 1. Dezember 2022, 18.30 Uhr

    „Wasser und Klima“

    Prof. Johannes Barth, Ph.D., Lehrstuhl für Angewandte Geologie

    Hydrogeologe Johannes Barth ist seit 2008 Inhaber des Lehrstuhls für Angewandte Geologie am GeoZentrum Nordbayern. Forschungsaufenthalte führten ihn unter anderem nach Kanada und Großbritannien. Er ist nicht nur ein anerkannter Experte für Grund- und Oberflächengewässer, sondern forscht auch zum Thema Schwammstädte und wie sich Wassermangel auf die Entwicklung von Wäldern und Städten auswirkt. Seit 2014 ist er Präsident des deutschen Kommitees der International Association of Hydrogeologists.

    Der Kreislauf des Wassers wird schon seit jeher vom Klima beeinflusst. Umgekehrt ist Wasser auch ein wichtiger Klimafaktor. In diesen Zeiten erleben wir beeindruckende Änderungen des regionalen und globalen Klimas. Dies ist oft mit komplexen Interaktionen von Wasserzyklen, Kohlenstoffkreisläufen und Landnutzungen gekoppelt. Kohlenstoffkreisläufe sind aber auch eng mit dem Wasserkreislauf verbunden. Ein Beispiel hierzu ist Photosynthese, deren CO2-Aufnahme nur mit Wasser funktioniert. Andererseits gibt es auch CO2 Abgaben and die Atmosphäre aus Flüssen, die bedeutend sind. Gegenwärtig ist man eher an CO2-Senken – wie beispielsweise an Verwitterung von Silikatgesteinen – interessiert. Auch diese Prozesse hängen stark von Wasserverfügbarkeiten ab. In jedem Fall ist man zurecht besorgt, dass der Wasserzyklus wegen Landnutzungs- und Klimaänderungen aus dem Gleichgewicht gerät. Neben Temperaturänderungen äußert sich dies auch in ausgeprägten Dürren und Starkregenereignissen. Gegenwärtig sucht man nach Lösungen, sich an solche extremen Wasser-Verteilungsmuster anzupassen und versucht in der Landschaft Puffer und Ausgleiche zu schaffen. Hierbei müssen wir natürlich auch auf Wasserqualität achten. Der Vortrag soll über Möglichkeiten, Unsicherheiten und Forschungsaspekte zu diesem Thema informieren.

  • Portrait Prof. Dr. Monika Pischetsrieder
    Foto: Gerd Grimm / FAU

    Donnerstag, 20. Oktober 2022, 18.30 Uhr

    „Wege zu einer nachhaltigeren Ernährung: Ein Beitrag aus der Lebensmittelchemie“

    Prof. Dr. Monika Pischetsrieder, Lehrstuhl für Lebensmittelchemie

    Monika Pischetsrieder hat seit 2004 den Lehrstuhl für Lebensmittelchemie an der FAU inne. Zuvor war sie unter anderem an der LMU München sowie an der Columbia University, USA. Sie ist seit 2015 Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz der Bundesregierung.

    In ihrer Forschung beschäftigt sie sich unter anderem mit molekularen Bausteinen bioaktiver und funktioneller Lebensmitteln.

  • Portrait von Prof. Dr. Michael J. Hartmann
    Foto: Georg Pöhlein / FAU

    Donnerstag, 10. November 2022, 18.30 Uhr

    „Kann Quantencomputing einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten?“

    Die Rechenleistung von Quantencomputern übertrifft die der derzeitigen Technologie um ein Vielfaches. Die Entwicklung dieser Rechner steht aber erst am Anfang. Erste Anwendungen von Quantencomputern werden in der Simulation von Materialien und chemischen Prozessen sowie in der Berechnung von Optimierungsproblemen erwartet. Falls es gelingt, für diese Anwendungen die enorme Rechenleistung von Quantencomputern effizient zu nutzen, kann uns diese Technologie somit helfen, nachhaltiger zu wirtschaften und zu leben.

    Der Vortrag soll einen Einblick in den derzeitigen Stand der Entwicklung von Quantencomputern geben und in diesem Kontext die Frage beleuchten, ob und wann Quantencomputing einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten kann.

    Prof. Dr. Michael Hartmann, Lehrstuhl für Theoretische Physik

    Michael J. Hartmann wurde 2019 auf den Lehrstuhl für Theoretische Physik berufen. In seiner Forschung beschäftigt sich der Physiker vor allem mit der Quantenphysik. Er ist Mitglied des Leuchtturmprojekts „Quantum Measurement and Control for the Enablement of Quantum Computing and Quantum Sensing (QuMeCo)“ und des Munich Quantum Valley.

    Prof. Hartmann ist unter anderem an der Entwicklung des Google Quantencomputers „Sycamore“ beteiligt gewesen.