Erforschung neuartiger Medikamente

Elitenetzwerk Bayern fördert neues internationales Doktorandenkolleg an der Naturwissenschaftlichen Fakultät

Das internationale Doktorandenkolleg mit FAU-Beteiligung, das vom Elitenetzwerk Bayern (ENB) gefördert wird, trägt den Titel „Receptor Dynamics: Emerging Paradigms for Novel Drugs“ und befasst sich mit der interdisziplinären Erforschung der Funktionsweise von Rezeptoren in der Zellmembran, also Proteinen die bestimmte Signalmechanismen auf einen Reiz hin in der Zelle auslösen. Besondere Aufmerksamkeit der Forschung erhalten die sogenannten G-Protein-gekoppelten Rezeptoren, deren Fehlfunktion die Ursache zahlreicher Erkrankungen ist. Im Menschen werden etwa 800 unterschiedliche G-Protein-gekoppelte Rezeptoren gebildet. Nur ein kleiner Teil davon ist bisher erforscht.

Medikamente, die in die Kommunikation zwischen und innerhalb der Zellen eingreifen, rücken zunehmend in den Mittelpunkt der modernen Forschung und diese konnte hierbei in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte verzeichnen. Eine genauere Kenntnis der biochemischen- und physikalischen Signalmechanismen der Zelloberflächenrezeptoren ist eine bedeutende Grundlage für die Entwicklung maßgeschneiderter Medikamente, die effektiv in die Zellkommunikation eingreifen können.

Die Forschungsgruppe aus Erlangen, unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Gmeiner und Dr. Nuska Tschammer, Lehrstuhl für Pharmazeutische Chemie, befasst sich hier mit der chemischen Herstellung von neuartigen Wirkstoffen, die eine dauerhafte Veränderung an Struktur und Dynamik der G-Protein-gekoppelten Rezeptoren hervorrufen sollen.

Das Forschungsprojekt ist interdisziplinär und international angelegt und die Nachwuchsforscher erhalten hierbei unter anderem eine weitreichende Ausbildung in den Disziplinen der medizinischen Chemie, der strukturellen Biologie, der Herstellung von Medikamenten und hochauflösenden bildgebenden Verfahren. Darüber hinaus sind die Doktoranden selbst für ihre Forschungspläne, Geldmittel und Ausbildungspläne verantwortlich, was ihnen frühzeitige akademische Selbstständigkeit garantieren soll.

Neben der FAU beteiligen sich die Julius-Maximilian-Universität Würzburg, die Universität Regensburg und die Universität Bayreuth an dem Projekt sowie mehrere ausländische Partner (darunter die beiden US-amerikanischen Nobelpreisträger für Chemie: Brian Kobilka und Robert Lefkowitz). Das ENB fördert das Projekt mit ca. 2 Millionen Euro.

„Receptor Dynamics”:
Prof. Dr. Peter Gmeiner
Tel.: 09131/85-24116
peter.gmeiner@fau.de