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In Gedenken an Prof. Dr. Jochen Ellermann

Prof. Dr. Jochen Ellermann (Bild: privat)

Prof. Dr. Jochen Ellermann (Bild: privat)

Das Department Chemie und Pharmazie trauert um Professor Dr. Jochen Ellermann, der am 10. August 2014 im Alter von 80 Jahren verstorben ist. Herr Prof. Ellermann war von 1963 bis 1999 an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg am Institut für Anorganische Chemie tätig.

Jochen Ellermann wurde 1963 an der Technischen Hochschule München (heute: Technische Universität München) bei Prof. Walter Hieber promoviert. Im gleichen Jahr wechselte er an die Friedrich-Alexander-Universität, an der er 1969 mit einer Arbeit über „Neuartige, vierzähnige Komplexliganden und ihre Verwendung zur Darstellung spiroheterocyclischer Metall- und Nichtmetallkomplexe“ habilitierte. Er wurde akademischer Oberrat und 1972 zum Abteilungsvorsteher am Institut für Anorganische Chemie für die neu eingerichtete Abteilung „Molekül- und Komplexchemie“ ernannt. 1973 erhielt er das Karl-Winnacker-Stipendium der Hoechst AG. Nach der Ablehnung eines Rufs auf eine Professur im Fachbereich Chemie der Universität Marburg wurde Herr Ellermann zuerst außerplanmäßiger Professor, 1978 dann Extraordinarius am Institut für Anorganische Chemie. Von 1980 bis 1982 war er Prodekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät II.

Prof. Dr. Jochen Ellermann prägte in den 60er bis 80er Jahren entscheidend die Lehre und chemische Ausbildung an der Universität Erlangen-Nürnberg. Sein besonderes Augenmerk galt der chemischen Grundausbildung sowie der Ausbildung der Lehramtsstudierenden und der Medizinstudierenden. Zudem engagierte er sich sehr für die Planung und den Bau des damaligen Neubaus des Instituts für Anorganischen Chemie an der Egerlandstraße 1.

In der Forschung widmete sich Professor Ellermann insbesondere der Übergangsmetall-Komplexchemie und publizierte unter dem Serientitel „Chemie polyfunktioneller Liganden“ über das komplexchemische Verhalten von mehrzähnigen Chelatliganden, Käfigstrukturen und zuletzt über Metallaphosphazene. Seine herausragende Expertise in der Schwingungsspektroskopie war bei der Charakterisierung der komplizierten Strukturen außerordentlich nützlich. Die Ergebnisse seiner spektroskopischen Untersuchungen fanden im In- und Ausland große Beachtung. Über 180 Publikationen in renommierten Fachzeitschriften sind Beleg der wissenschaftlichen Produktivität von Professor Ellermann. Als Hochschullehrer gab er sein Spezialwissen mit Begeisterung sowie ausgeprägtem didaktischen Geschick an die Studierenden des Studienganges Chemie-Diplom weiter. Ebenso erfolgreich wie wertvoll waren seine Lehrveranstaltungen in Quantitativer Analyse, Präparativer Chemie, Chemie der Silicate, Strukturprinzipien sowie Elektronenspektroskopie.