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Sonderforschungsbereich 953 erhält 15 Mio. Euro Förderung

Graphenschicht (grau), an die weitere Moleküle angehängt sind. Dieses funktionalisierte Graphen eröffnet vielfältige Anwendungsperspektiven. (Bild: FAU/SFB 953)

Graphen gilt wegen seiner physikalischen und chemischen Eigenschaften als eines der vielversprechendsten neuen Materialien. Doch ist es tatsächlich das Wundermaterial der Zukunft? Kann Graphen dazu beitragen, Energieprobleme zu lösen? Und wie können wissenschaftliche Erkenntnisse effizient in wirtschaftliche Produkte umgesetzt werden? An solchen Fragen arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Universitäten im Sonderforschungsbereich SFB 953 „Synthetische Kohlenstoffallotrope“, bei dem die Rolle der Sprecheruniversität bei der FAU liegt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat bekannt gegeben, dass das vielversprechende Projekt für weitere vier Jahre mit einer Summe von etwa 15 Millionen Euro gefördert wird.

Graphen im Fokus interdisziplinärer Zusammenarbeit

Kohlenstoff tritt in einer Vielzahl von Erscheinungsformen auf, die sich in ihren Eigenschaften stark unterscheiden. Bekannt sind beispielsweise der extrem harte, durchsichtige Diamant und der eher weiche, metallisch glänzende Graphit. Man spricht dabei von allotropen Formen des Kohlenstoffs, die ihre unterschiedlichen Eigenschaften der Beschaffenheit der chemischen Bindungen zwischen den Kohlenstoffatomen verdanken. Synthetische Kohlenstoffallotrope, wie Kohlenstoffnanoröhren und Graphen, gehören gegenwärtig zu den vielversprechendsten Materialklassen und weisen ein enormes Potenzial für Hochleistungsanwendungen auf. Gleichzeitig sind sie ideale Modellsysteme für die Untersuchung von einer Reihe fundamentaler chemischer und physikalischer Fragestellungen, wie zum Beispiel form- und ladungsabhängiges Binden und Freisetzen von Molekülen oder Ladungstransport in begrenzten Raumbereichen. Unter der Leitung von FAU-Forscher Prof. Dr. Andreas Hirsch, Lehrstuhl für Organische Chemie II, widmet sich der SFB 953 diesen Themen in interdisziplinärer Zusammenarbeit von Chemikern, Physikern, Ingenieuren und Theoretikern.

„Die in der ersten Förderperiode initiierte, sehr erfolgreiche Erforschung von neuen funktionalen Kohlenstoffarchitekturen mit bislang nie dagewesenen opto-elektronischen Eigenschaften soll im Rahmen dieser Folgeförderung konsequent weitergeführt werden“, erklärt Prof. Dr. Andreas Hirsch. „Wir werden uns insbesondere der Entwicklung von elektronischen Bauelementen zuwenden, die ausschließlich aus Kohlenstoff in einer maßgeschneiderten Atomanordnung vorliegen. Dies ist der Zugang zu einer ganz neuen Welt von Hochleistungsmaterialien.“

Prof. Dr. Hirsch sowie viele der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des SFB953 sind Mitglied des Excellence Clusters „Engineering of Advanced Materials“, der im November 2007 an der FAU im Rahmen der Exzellenzinitiative zur Förderung von international anerkannter modernster Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen gegründet wurde.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Andreas Hirsch
Tel.: 09131/85-22537
andreas.hirsch@fau.de