Neue Humboldt-Stipendiatin am Astronomischen Institut

Dr. Marylin Latour (Bild: Marcelo Miller Bertolami)

Die Milchstraße entstand vor etwa 13 Milliarden Jahren. Die ältesten Sterne aus dieser Epoche finden sich noch heute in den etwa 100 sogenannten Kugelsternhaufen, die jeweils mehr als 100.000 Sterne enthalten. Während ihres Forschungsaufenthaltes an der FAU konzentriert sich die Humboldt-Stipendiatin Dr. Marylin Latour auf die heißesten Sterne in Kugelsternhaufen. Sie weisen eine Oberflächentemperatur von bis zu 30.000 Kelvin auf und sind damit rund fünfmal so heiß wie die Sonne.

Solche heißen Sterne kommen jedoch nicht in allen Kugelsternhaufen vor, wie und warum sie entstehen ist zurzeit noch wenig erforscht. Diesen Fragen geht Latour seit Dezember an der FAU auf den Grund. Sie untersucht Sterne eines bestimmten Sternhaufens im Sternbild Centaurus, der ungewöhnlich viele heiße Sterne enthält. Durch deren detaillierte Analyse will Latour verstehen, woraus die Sterne bestehen, wie sie entstanden sind und was sie über die Entstehung und Entwicklung des Kugelsternhaufens verraten.

Zwei dieser Sterne zeigen pulsierende Helligkeitsschwankungen, deren Ursache bisher unverstanden ist. Latour untersucht diese Sterne anhand von Messungen im ultravioletten Spektralbereich, die nur aus dem Weltall möglich sind. Dazu hat sie Beobachtungen mit dem Hubble-Weltraumteleskop eingeworben. Die Auswertung dieser Daten werden Latour dabei helfen, die Temperaturen und chemische Zusammensetzung der beiden Sterne genau bestimmen zu können. Dies wiederum wird bei der Erklärung helfen, warum die Leuchtkräfte der Sterne einem steten Wandel unterliegen.

Die Kanadierin Dr. Marylin Latour studierte und promovierte an der Universität von Montreal. Im Anschluss kam sie als Postdoc an das Astronomische Institut der FAU. In den kommenden zwei Jahren forscht sie als Humboldt-Stipendiatin in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Ulrich Heber.