Links zu weiteren Portalen

Seiteninterne Suche

NAT aktuell

Zum Gedenken an Prof. Dr. Wolf Barth

Bildquelle: Department Mathematik, FAU

Das Department Mathematik trauert um Prof. em. Dr. Wolf Paul Barth, der am 30. Dezember 2016 verstorben ist. Er war von 1976 – 2011 Inhaber des Lehrstuhls für Mathematik I.

Prof. Dr. Wolf Paul Barth wurde am 20. Oktober 1942 in Wernigerode geboren. Wolf Barth studierte in Erlangen zunächst Mathematik und Physik für das Lehramt, ehe er sich ganz der Mathematik zuwandte. Er promovierte 1967 bei Reinhold W. Remmert an der Georg-August-Universität Göttingen. Das Thema seiner Dissertation lautete „Einige Eigenschaften analytischer Mengen in kompakten komplexen Mannigfaltigkeiten“.

Die Habilitation folgte 1971 in Münster. Anschließend war er vier Jahre lang als Hochschullehrer in Leiden in den Niederlanden tätig. Im Sommer 1976, im Alter von 33 Jahren, nahm Wolf Barth einen Ruf der FAU Erlangen-Nürnberg auf den Lehrstuhl für Mathematik I an.

Wolf Barth befasste sich mit Algebraischer Geometrie, unter anderem auch mit algebraischen Vektorbündeln und kompakten, komplexen Flächen. Er verfasste über 50 wissenschaftliche Arbeiten zu diesem Themenkomplex. 1986 hat Wolf Barth zusammen mit Ch. Peters und A. Van de Ven eine Monographie verfasst, die bis heute das Standardwerk zum Thema kompakter komplexer Flächen darstellt. In den Jahren 1987 bis 1994 koordinierte er außerdem den DFG-Forschungsschwerpunkt „Komplexe Mannigfaltigkeiten“.

Wolf Barths Forschungsleistung war auch international sehr sichtbar. Er hatte einen längeren Aufenthalt am MIT in Cambridge und wurde zweimal als Invited Speaker zum Internationalen Mathematikerkongress eingeladen: 1974 in Vancouer und 1983 in Warschau. Nach Wolf Barth ist auch die „Barth-Sextik“ benannt, eine von ihm entdeckte Fläche vom Grad 6 im dreidimensionalen komplexen projektiven Raum, die die maximale Anzahl von Doppelpunkt-Singularitäten besitzt.

Zu den Studierenden hatte Wolf Barth eine besondere Nähe, seine Vorlesungen waren sehr beliebt. Er verfasste eine Vielzahl von anschaulichen Vorlesungsskripten zu den Grundvorlesungen. Nach seiner Emeritierung zum Ende des Wintersemesters 2010/11 arbeitete Wolf Barth zusammen mit P. Knabner an einem Lehrbuch zur linearen Algebra, welches 2013 veröffentlicht wurde.